Impressionen

2021: Mit Begeisterung präsent in Würzburg

Metallkongress 2021: Nach anderthalb Jahren praktisch ohne Branchen-Veranstaltungen war auf dem Metall­kongress 2021 in Würzburg die Freude darüber spürbar, sich endlich wieder persönlich auszutauschen. Die nutzwertigen Vorträge, die Möglichkeit den Referenten Fragen zu stellen, spannende Produkte bei den Ausstellern sowie die Auszeichnungen mit dem Deutschen Metallbaupreis und dem Feinwerkmechanikpreis bildeten den Rahmen.

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Mit über 230 Teilnehmern war der Branchentreff im VCC in Würzburg sehr gut besucht. Am Eingang auf „2G“ kontrolliert erhielt jeder Teilnehmer ein Festivalbändchen, das ihm den Zugang zu allen Programmpunkten ermöglichte. Abstands- und Maskenpflichten entfielen aufgrund der strengen Zugangskontrolle. Zwei Tage voller Information, Austausch und Infotainment erwarteten die Teilnehmer, die den Metallkongress nutzten, mit Kollegen ins Gespräch zu kommen, sich bei den Ausstellern der Fachschau zu informieren oder sich am Festabend Best-Practice-Beispiele der Gewinner der beiden Branchenpreise anzuschauen. Die Vorträge der hochkarätigen Referenten wurden auf den digitalen Teilnehmer-Fragebögen teils mit Bestnoten bewertet.
Die Veranstalter Bundesverband Metall und der Charles Coleman Verlag sowie Orgadata als Sponsor und Partner 2021 zeigten sich sehr zufrieden.

Praxisnahe Vorträge
BVM-Präsident Erwin Kostyra begrüßte Metallbauer und Feinwerkmechaniker in Würzburg und freute sich nach zwei Jahren coronabedingter Pause darüber, dass der beliebte Branchentreff der Metallhandwerker nun wieder als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden kann. Er wünschte allen Teilnehmern zwei spannende Kongresszüge/-tage und übergab dann zum ersten gemeinsamen Vortragstag von Feinwerkmechanikern und Metallbauern an das bewährte Moderatorenduo Michael Winterhalter und Oliver Windeck. Die beiden Bundesfachgruppenleiter führten gekonnt und kurzweilig durch das höchst nutzwertige Programm.
Gleich der erste Vortrag war ein spannendes Highlight. Unter dem Titel „Was ist los mit den Millenials?“ lieferte Uwe Velhagen, Head of People and Culture Development and Training Central Europe von Hilti Deutschland Antworten auf die für die Berufsnachwuchswerbung so wichtige Frage „Wie ticken Menschen, deren Geburtsjahr zwischen 1980 und 2000 liegt?“ Wie sprechen Metallhandwerker diese Menschen für die eigene Nachwuchsgewinnung an? Wie hält man sie im Unternehmen? Die Zuhörer bekamen wichtige Tipps für eine erfolgreiche und zeitgemäße Nachwuchswerbung. Die Ausführungen des Personalmanagementprofis wurden mit viel Beifall bedacht.
Dann überbrachte Peter Wollseifer, seines Zeichens ZDH-Präsident, die Grüße der Handwerksorganisation. Er ergriff auch gleich die Gelegenheit die Wünsche und Forderungen des Handwerks an die sich bildende neue Bundesregierung zu formulieren.
Im dritten Vortrag informierte BVM-Rechtsanwältin Friederike Tanzeglock über die Coronanachwirkungen für die Metallhandwerksbetriebe aus arbeits-, sozialrechtlicher, sozialversicherungsrechtlicher und gesellschaftsrechtlicher Sicht. Sie berichtete dabei sehr praxis- und betriebsnah aus ihren Erfahrungen aus der Beratung und ging auf so wichtige Fragen wie „Lohn auch ohne Arbeit?“, „Fragen nach dem Impfstatus“ und die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern ein. Eine Reihe von Fragen aus der Zuhörerschaft zeigten, wie wichtig ihre Ausführungen waren.
Um zukünftige betriebswirtschaftliche und technische Themen für das Metallhandwerk ging es dann im Vortrag von BVM-Berater Dr. Reinhard Fandrich. Er präsentierte erste Ergebnisse aus einer im Bundesverband Metall angeregten Diskussion über den Innovationsbedarf der Branche und identifizierte wichtige Handlungsfelder mit konkreten Aufgabenstellungen für die Berufsorganisation. Daraus ergeben sich spannende Aufgaben, die der BVM für seine Mitgliedsbetriebe angehen wird.
Emotional und gleichzeitig auch nützlich wurde es danach, als Metallgestalter und Bundesfachgruppenleiter Michael Stratmann über die Folgen des Starkregens im Sommer dieses Jahres für seinen Betreib berichtete. Mit eindringlichen Bildern untermauerte er seine versicherungstechnischen Empfehlungen an die Kollegen. Sein wichtiger Rat: „Versicherung unbedingt zum Neuwert.“
Den Abschluss des ersten Kongresstages bildete der Vortrag von Jan Greschner, Projektmanager bei der Fischer Consulting, über die Verschlankung der Fertigung mit Lean Production – auch für kleine Betriebe.

Spezielle Vortragsthemen
Am Samstagmorgen fanden sich Metallbauer und Feinwerkmechaniker zu zwei getrennten Kongresszügen zusammen.
Bei den Feinwerkmechanikern ging es eingangs um die „Hocheffiziente Edelstahlbearbeitung“. Uwe-Karl Müller von Sandvik Coromant präsentierte moderne Werkzeuglösungen und Schneidstoffe. In einem praxisnahen Doppelvortrag stellten dann Christine Waldschmidt, Chefin der Feinwerktechnik Göring, und Martin Wyrsch von einem Schweizer Familienunternehmen die Optimierung der Säge- und Fräsprozesse mit Hilfe des Einsatzes der Wendeschneidplatten „Delta“ vor. Über Neuigkeiten aus der Förderlandschaft informierte danach Dr. Maja Jeretin-Kopf.
Nach der Vorstellung der Möglichkeiten mit dem CNC-System Sinumerik-One durch Andreas Groezinger folgte der vielbeachtete Rechtsvortrag von Dr. Stefan Zipse bei dem es diesmal vor allem um Reklamationen und zahlungsunwillige Zulieferer ging.
Bei den Metallbauern ging es nach zwei informativen Vorträgen zur „Automatisierung ab Losgröße 1“ (Bernd Dalmer von Lorch) und „Mein Fenster weiß Bescheid“ (Sebastian Bode von Orgadata) dann um die Vermeidung von Schäden. Jörg Dombrowski vom Coleman-Verlag stellte dabei in Wort und Bild typische Schäden aus dem Metallbau vor und zeigte Möglichkeiten der Fehlervermeidung mit dem Fachregelwerk auf und Karsten Zimmer vom BVM informierte in diesem Doppelvortrag über die Fallstricke des Themas Feinverputzen bei der Duplexbeschichtung.
Zu einer fundierten Rechtsberatung standen dann zum Abschluss des erfolgreichen Metallkongresses die Rechtsanwälte Weiss und Weiss auf der Bühne. Das „juristische Ehepaar“ informierte kurzweilig und praxisnah über die wichtigsten Fragen zum ganz aktuellen Thema der Materialknappheit und dem Umgang mit Preissteigerungen und Lieferverzögerungen. Anhand zahlreicher Bespiele erhielten die Zuhörer nützliche Tipps und die vielen Fragen aus dem Auditorium zeigten, wie entscheidend die beiden Juristen den Nerv der Metallbauer getroffen hatten. Jeder konnte da etwas mitnehmen.

Großartiger Festabend
Am Freitagabend nahmen die Gewinnerinnen und Gewinner des Deutschen Metallbaupreises und des Feinwerkmechanikpreises ihre Sieger-Trophäen entgegen. Sieben herausragende Metallhandwerker wurden für ihre besonderen Objekte ausgezeichnet. Alle Sieger-Objekte finden Sie auf www.metallbaupreis.de.

„Save the date“ 2022
In den Vortragspausen wurden die Teilnehmer von den zahlreichen Ausstellern der Fachschau erwartet. Dort konnten sich die Metallbauer über neue Produkte, Innovationen und Highlights informieren und teilweise auch deren Verfahrensweisen testen. Die Shedhalle des Vogel Convention Centers (VCC) bot dafür den passenden Rahmen. Der nächste Metallkongress (für Metallbauer und Feinwerkmechaniker) wird am 4. und 5. Oktober 2022 in Kaufering, in der Hilti-Akademie stattfinden.